Mittwoch, 4. März 2026

"Toytrain to Darjeeling" oder: nicht nur auf Schiffen wird man krank

*Namaste'* Liebe Leser und *Verfolger* 
Heute der Bericht zur Weiterfahrt mit dem
"Toytrain" von Kurseong nach Darjeeling.


Am Donnerstag 26.2.26  fuhren wir dann also mit dem "Toytrain" von Kurseong das letzte Stück, hoch nach Darjeeling. Der Zug sollte um 15.00 Uhr starten und wir ließen uns vom Taxifahrer  "Eron" vom "Dream Homestay Apartment" zum Bahnhof bringen.
Selbst bergab wäre der Weg samt unserm Gepäck dann doch zu weit und zu steil gewesen. 
Wir hatten "Eron" am Tag davor bereits als Fahrer aus Kurseong, der uns wieder hochbrachte zum Appt., nachdem wir am Bahnhof die einfahrenden Züge betrachten konnten und er war soo nett, dass wir uns sogleich mit ihm für den Morgen danach verabredeten. 
Er kam pünktlich um 13.00 Uhr und da "Eron" Rockmusicfan war und wir aus Deutschland kamen, hatte er sein Handy an und es ertönten die Scorpions... und er lachte: "Verstehste? Deutschland - Germany - Scorpions!?"  Wir lachten auch und verstanden, logisch! So luden wir das Gepäck ein und der kleine rostige MiniVan setzte sich in Bewegung und die Passagiere samt Fahrer sangen und pfiffen zu "Winds of Change und Still Loving You". Dabei kurvten wir die Serpentinen und kleinen Gassen zur Bahnstation runter. 
Auch so ein Erlebnis das es nur hier gibt 😎

An der Bahnstation angekommen, hatten wir dann entsprechend Aufenthalt, da der Zug letztlich 1 Stunde Verspätung hatte, wie der Station Manager mit seiner Stimme über den Lautsprecher des Bahnhofes auf englisch verkündete...  Zeit also ein Gespräch mit der örtlichen "herumlungernden" Jugend anzufangen... 😊 "Hey Guys Where your from?"
Den Rest der Zeit verbrachten Wir im luxuriösen "Railway Cafe" der Station...
Hätten wir nicht erwartet....der Kaffee schmeckte sogar... hatte aber auch seinen Preis - 3€ (für indische Verhältnisse viel)
Die Toielette dort, war das ganze Gegenteil von luxuriös und ich kann da Einiges ab! So begab es sich, dass ich mir gut zuredete "ach drei Std. Fahrzeit ohne Toiellte schaffste locker" während mein Bauch grummelte. Die geplante Fahrzeit bis Darjeeling sollte von 15.00 bis 18.00 Uhr sein, so dass wir Darjeeling noch im Tageslicht erreicht hätten. 
Tickets für diese Bahnfahrt hatte ich bereits vor Abfahrt aus Deutschland online bei der indischen Railway Company IRCTC gebucht. 
Ein Unterfangen, denn 
Vorraussetzung für eine Buchung ist die Registrierung und Eröffnung eines Accounts, als Ausländer etwas kompliziert... hat dann aber letztlich doch geklappt, wie sich mit der Buchung des Nachtzug aus Kalkutta zeigte.


Wie gesagt, "hätte und sollte"... Nun also mit einer Abfahrt um 16 Uhr würden wir erst gegen 19.00 beziehungsweise 19:30 in Darjeeling ankommen, somit im Dunkeln. 
Und deshalb könnten wir von der Stadt auch nicht viel sehen ( war im Nachhinein auch gar nicht soo schlimm, wie wir feststellen mussten ) 

Abfahrt also 16:00 und los ging es, die gut 30 Km die Berge hoch. 
Erst kam der offizielle Zug mit der Diesellok und seinen 2 Waggons.
Dann bekamen wir in Kurseong an die bereits 2 vorhandenen Abteile aus Siliguri noch ein Abteil angehängt. Hier stiegen die Fahrgäste aus Kurseong noch zu und das waren zum Glück nicht viele...



Die Waggons der 'Einreisenden'.... 

 
Einfahrt in den Bahnhof
 
 Den dritten Waggon ankuppeln...
Irgendwie gab es beim Ankuppeln aber scheinbar noch Probleme die der "Kuppelmeister" in FlipFlops aber meisterte. 

Dann endlich Einstieg und Platz am Fenster...letztlich hatten wir die freie Platzwahl ( in unserem Abteil) 
  
Zur Abfahrt die grüne Flagge....

Der Zug wurde rückwärts rausgeschoben um dann vorwärts nach Weicheunumstellung weiter zu fahren...



Und raus ging es aus Kurseong...
"immer an der Wand lang"



manchmal war es bei der Ausfahrt so eng, dass ich meine Nase und die Kamera wieder hineinholen musste....sonst wär sie weg...die Kamera...die Nase vielleicht auch....

zur anderen Seite geschaut....
und dann waren wir auch schon raus aus Kurseong
  ein letzter Blick auf die Häuser der Stadt und auf "freier Strecke"



Leider hatten wir aufgrund des schlechten Wetters keine gute Aussicht, ach was....gar keine. 
Wir konnten also die Umgebung nicht geniessen, beziehungsweise hatten Aussicht eben nur so weit wir sehen konnten. 
Von wegen "Werbeversprechen..." 😔
Also konzentrierten wir uns auf die netten Menschen am Strassenrand, entlang den Gleisen, die immer wieder winkten, sobald der "Toytrain" durch ihr kleines Städtchen oder Dörfchen durchfuhr auf seinem "JoyRide" 
( Ich muss automatisch an "Roxette" denken- 1991 !! 😎) 

"She says: Hello, you fool, I love you
Come on join the joyride
Join the joyride"  

 
 
Der Toytrain überwindet hier auf der kurzen Strecke gute 600 Meter an Höhe von Kurseong bis Darjeeling. Die Fahrt von 3 Stunden reicht völlig aus, man kann den Zug allerdings auch ab Siliguri buchen und würde dann gute 8 Stunden brauchen. Was für die kleinen Ruckelzüge nicht so angenehm, nicht so komfortabel wäre. 


Hin und wieder kam es dann auch mal zu den üblichen Staus wenn Schlaumeier meinen es doch noch irgendwie da vorbei zu schaffen....
Der Zug fuhr meist die Strecke rechts entlang der Fahrbahn, 
 
An manchen Stellen überfuhr aber die Bahn, die S-förmigen Strassenzüge und schnitt so den Autos den Weg ab, ja schloss sie sogar in dem verbleibenden aspaltierten Zwischenraum der Strasse regelrecht ein, aber auch nur solang bis der Zug durch war und das ging bei den 3 Abteilen ja schnell.
Führte aber oft auch zu chaotischen Verkehrsbegenungen 









Und immer wieder TEE Werbung
oder ehemalige Bollywoodgrößen namens "Shah Rhu Khan" 









an manchen Stellen hatte man dann doch den Eindruck einer gewissen (trügerischen) Idylle.

Manchmal fuhr der Zug auch hart an der Kante... 

und streifte dabei auch Büsche und Bäume...
Durch viel Wald ging es 


Durchfahrt durch "Whistle Khola" (hört sich eher wie Wisconsin und aus einem Western an...) 
Insgesamt war die Fahrt soweit recht abwechslungsreich, wenn ich mir auch mehr erwartet hätte... an Aussicht, an "View" auf alle Fälle, aber Wetter kann man nun mal nicht bestellen.
 Im Dezember soll die Aussicht hier oben in "Darjscheling" toll sein (Super! 😕)
sagten sie uns später...


Leider hatte 
sich als ungebetener Reisebegleiter aus Kurseong scheinbar, ein
Herr "D.Urchfall" eingeschlichen. Er fuhr mit, nahm auch direkt bei Sylvi Platz und sorgte dafür, dass sie am Zwischenstopp an der Bahnstation Sonada schlagartig das Abteil verliess und auf das Bahnhofsklo rannte. 

Wer indische Toiltten und Bahnhofstoiletten im allgemeinen kennt, der weiß... Ach was ich erspare euch weitere Einzelheiten.

Der kleine Zwischenstopp von 5 Minuten reichte natürlich nicht aus für das "Volle Programm". Sylvie brauchte ja schon drei Minuten dorthin.  Also bat ich den Zugfahrer doch noch ein Weilchen weiter Kohle nachzuschüppen zu schmieren, zu fetten, was Lokfahrer so tun...um ein wenig Zeit zu schinden und zu warten, er nickte verständnisvoll.
Nach Weiteren 5 Minuten betätigte er dann die Zughupe und setzte ein entsprechendes Signal ab, das über den Bahnhof schallte und jedermann im Dorf aus dem Schlafriss. 
Ausch Sylvi erreichte das Signal in den Kellergewölben der Bahnstation Sonada. Sie kam nach oben mit einem entsprechenden Gesichtsausdruck. Und wir liefen den Bahnsteig entlang, um zu unserem letzten von 3 Abteilen zu kommen, das Abteil wurde extra in Kurseon noch angehängt für uns. 

So Fuhr der Zug also ruckelnd und wackelnd weiter von Sonada bergauf, Richtung "Darjscheling".
 Genau diese Fahrtweise führte dann wohl dazu, dass bei Sylvia nicht nur Herr "D.Urchfall" sass, sondern auch noch ein Herr
K.Otze, mit dem sie es nun zu tun hatte.
Der war ihr nicht wohl gesonnen. In einem Moment riss Sie die kleinen Schiebefenster des Abteils auf , steckte den Kopf weit hinaus und ich dachte: Was hat sie nun? Ist die Luft hier drin so schlecht, draußen ist sie ja noch schlechter von dem Qualm der Diesellock, die ihre Abgase nach oben Pustete, in jeder Kurve,  
beim Gas geben, den Berghinauf, aber nein. Nun verstand ich, was das Problem ist und die Ursache Sylvi musste sich leider nach heftigen Magenkrämpfen übergeben. Nicht sehr schön in einem wackelnden und ruckelnden Zug mit anderen Fahrgästen um ein en herum. Und mit genau dieser Situation kamen wir dann in "Darjscheling" an. Viel mitbekommen haben wir deswegen von der Einfahrt nicht. 

Nur dass es sehr eng war und an den Stellen wo wir etwas von der Stadt, die sehr hoch an den Berg gebaut ist sehen konnten, hatten wir den Eindruck, wir fuhren durch ein kleines Las Vegas, weil überall Lichtreklame blinkte leuchtete, Lichterketten und Schriftzüge von Hotels waren. 
Unser Hotel Zambala war direkt am Bahnhof der Station von Darjeeling, das hatten wir uns so vorher ausgesucht, damit wir möglichst kurze Wege zur Bahn haben, denn die Ein- und Abfahrten der Loks, sollten ja aufs Foto und aufs Video kommen. Und auch für Sylvi war dieser Standort dann eine Erleichterung. Sie war die Erste auf der Hotelzimmertoilette, nachdem der Rezeptionist gefühlt übertrieben lange Dies und Jenes an Unterlagen und Unterschriften brauchte. Dort verbleib sie dann auch weitestgehend die Nacht über.
Außerdem wollten wir selbst ja auch eine Fahrt mit dem Steamtrain organisieren, die konnte man so vorab nicht buchen... doch dazu mehr im nächsten Post aus:  "Am Ende des Ganges" [Teil III] - mit dem Titel:   "Darjeeling" oder: wenn Träume platzen...
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Soweit für heute,  Bis dahin *Gute Nacht* Deutschland 
'Namasté' - Christian & Sylvie   

2 Kommentare:

  1. Ach Montezuma war auch an Bord? Ihr seid ja 'ne lustige Reisetruppe. Mit Zugverspätungen und Ausfällen kennt man sich als Deutscher ja aus. Darauf ein Täschchen Tee...
    Gruß Dirki

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    1. Servus mein Bester, tja kann passieren, erst recht hier mit Wasser und solch Sachen wie Curry &Chilli und wer weiß was noch für Gewürzen die unser Magen sein Leben lang noch nicht zu essen bekam und nun damit aber jeden Tag konfrontiert wird... Herr Urchfall und Herr Otzen sind aber nun seit einiger Woche wieder abgesprungen, wir haben ihnen klar gemacht, das wir eine gemeinsame Reise nicht wollen!! :-) LG

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