Montag, 23. Februar 2026

"Kalkutta liegt (nicht) am Ganges"

Sonntag, 22.2.26  *Namaste'* Liebe Leser und *Verfolger* 
Grüße aus - KALKUTTA - Terrasse Zimmer 101,
Wasserkante "Hooghly-River"; 23:30 Uhr abends, 
Sylvi und ich sind soeben von der Dachterasse des "POLO FLOATEL" herunter, wir haben dort wieder toll und spicey gespeist. Man kann diese Unterkunft nur empfehlen. Sie hat einfach Charme. Das Haus Boot befindet sich an einer optimalen Stelle, neben der alten Brücke. Es ist mit viel Detailliebe eingerichtet und bietet ein grosses Aufgebot an Hotelangestellten die einem die Wünsche von den Augen ablesen wollen.
Ich habe hier mal 3 Bilder eingefügt, die das FLOATEL von außen zeigen:
 tagsüber - später Nachmittag
 und abends, ca. 21.00 Uhr, sehr schön beleuchtet.
Der grüne Kreis markiert unser Zimmer 101, (links außen)
Hier das FLOATEL vom Wasser aus.
Aber nun zum heutigen Post, nein eigentlich zum gestrigen, denn während ich diese Zeilen schreibe ist der heutige Tag schon wieder Vergangenheit...
  ❶ "Kalkutta liegt (nicht) am Ganges".... Paris hingegen sehr wohl an der Seine... 
So hieß es damals in den 50/60ern als Vico Torriani... noch die "liebliche Madeleine" in diesem Schlager-Chansons besungen hatte - link: Youtube-Video

Aber wo liegt Kalkutta denn nun wirklich und hatte "Vico" Recht?: 
Wie man hier sieht nicht ganz so korrekt. Kalkutta ist nicht weit vom Ganges entfernt, der Fluss an dem die Stadt aber direkt liegt heißt hier aber der "Hooghly River" ( *Hugli*) ein Seitenarm des Ganges, dessen Beginn ca. 200 km nördlich, oberhalb von Kalkutta, bei Farakka ist.
Dort  "entspringt er " und schlängelt sich hinunter bis zur Mündung am Golf von Bengalen... der dann irgendwann weit weit unten zum Indischen Ozean wird ( solange bis TRUMP was andres sagt... 😁)   

Der "Hooghly"  durchquert Kalkutta einmal in Nord Süd Richtung und ist somit eigentlich der Fluß an dem die Stadt nun mal liegt...Lieber "Vico" ( )...aber da der Schlager dann nicht so schön zur Melodie geklungen hätte, haben die Songschreiber eben gesagt: "Ach komm Vico, dann sing halt
G a n g e s " (ist ja auch leichter als "Hugli"😉 
 
Das mit der Schreibweise des Stadtnamens hatte ich bereit erwähnt, er begegnet uns hier ständig mal so, mal so geschrieben... Das ist in den andren indischen  Metropolen oft auch nicht anders, so wie "Bombay" z.B. wieder zu "Mumbai" geworden ist... nur "Delhi" ist und bleibt "Delhi"...
Womit wir die drei größten Indischen Metropolen auch schon erwähnt hätten...
Delhi mit über 17 Mio (Großraum 30 Mio.) und Mumbai ( über 20 Mio.) führen als größte Metropolregionen mit ihren Einwohnerzahlen (Stand 2025/2026), gefolgt von Kolkata, mit etwa 4 Mio (Großraum 22,5 Millionen) Einwohnern...wobei hier tatsächlich der große Kreis der Vorstädte die eigentliche Zahl der vielen Menschen ausmacht; in allen dieser 3 Metropolen.
Und egal wieviel Millionen es nun auch genau sind, alles was mehr als 2-3 ist, birgt riesige Herausforderungen.
  
Unser gestriger erster von 2 Ausflugstagen begann mit dem Besuch des hier berühmten "Temple of Khali" - die Göttin der Zerstörung und der Erneuerung. Sie wird oft als schwarze oder blaue, furchteinflößende Figur dargestellt "Khala = schwarz". 

Der zu ihren Ehren erbaute Tempel liegt im südlichen Teil des zentralen Kalkuttas, ca. 5 Km von uns entfernt. Einmal durch die griesengroße grüne Lunge der Stadt den Park "Maidan" ..... der Tiergarten ist winzig dagegen...(grüner Kreis
Dort wollten wir etwas "Spirit" geniessen... so zum warm werden was wieder "Tempel, Zeremonien und Räucherstäbchen" angeht.... 
 doch dazu kam es leider nicht. Das Taxi brachte uns zwar gut bis "vor die Türe" 
 doch schon beim einbiegen in die entsprechende Strasse die zum Tempel führt, eine Seitenstrasse, in einen wohl sagen wir mal "abgerockten Bezirk"... wusste Sylvie  "Ohhh mein Gott, Ich glaube das wird hier nichts heute..."
und Ich so: "Wieso?, was ist denn...?!"

und Sylvi so: "Die vielen Leute....." 
 "Ach sagte Ich, vergiss mal die Leute, geniess die Atmo..." und so fuhren wir im Schrittempo und unter ständigem hupen hinter den vor uns laufenden Leuten hinterher bis wir zum Temple kamen.
Der Taxifahrer sagte "follow the people" und entließ uns gegen die Zahlung von 500INR (5€) aus seinem Taxi.machten wir dann auch... 
 und so sahen wir die Kuppeln des Tempel schon in einer Seitenstraße...man sagte uns wir müssten weiter herumlaufen und dann abbiegen, da wäre der Eingang. Dort kamen wir dann auch an und stellten fest, dass die Schlange der Leute die wir in der Strasse sahen alle in diesen Eingang mündete....
sah irgendwie voll aus fanden wir... nette helfende Leute gaben uns den "Tip: Nutzen sie doch den Seiteingang... dort ist es nicht so voll..."
Gesagt getan, durch diese kleine Gasse mussten wir nur durch... 
dann sahen wir was sie meinten...
und Sylvie auch...

Ich versuchte Sylvie davon zu überzeuegen, sich doch bitte ersteinmal anzustellen damit wir wenigstens schonmal einen Platz sicher haben in der "Schlange von Khali"
 Jedoch wirkte sie nicht wirklich überzeugt...oder?! 
Dabei war die Schlange bis zu dem Tor ja gar nicht soo lang. Sie bewegte sich nur leider nicht vorwärts...
Ich schaute also mal nach, wo denn das Problem sei. Muss doch klappen hier rein zu kommen.
So drängelte ich mich also an der Schlange entlang und sah etwas mehr von den schönen Kuppeln des "Temple" und auch sogleich die Ursache des Problems.... 
man nennt es das Phänomen des "Nadelöhres" - Eine immer wieder vorkommende Erscheinung bei vielen Menschen die durch enge Stellen wollen, meistens Tore, Gitter, Gatter, Absperrungen und sich dann drängeln, stauen, quetschend, drücken und (zer-) drücken. 
Die schöne 31°C Schwüle die sich in einem Tordurchgang staut, kommt noch hinzu und macht es für einige schwer erträglich wie man sieht...aber so ist es halt mit den Göttern..., dem Glauben....vor der Erlösung kommt erstmal die Zerstörung- bevor dann die Göttin Khali alles wieder heile macht.... Ob die Kleine das auch so glaubt wage ich zu bezweifeln (Ich sollte sie später nocheinmal treffen). 
Auch ich versuchte mich nun durch das Nadelöhr zu quetschen währenddessen ich Sylvie bescheid gab dass es sich wohl nicht lohnen würde zu warten, sie "gönnte" sich dann "Drinks".
Ich schaffte es dann nach einigen Minuten intensivster körperlicher Kontakte, mit mir völlig fremden Menschen, geeint durch das selbe Ziel. Durch dieses ca. 5 M lange Tor hindurch zu kommen. Kurz darauf konnte ich erkennen, wie die "Besichtigung des Khali Tempels" weitergehen würde...wenn wir denn..., was wir ja nicht taten (um es vorwegzunehmen).
Ich nenne es mal "Die Zerstörung - Teil II" 

So ging es also hinter dem Tor weiter, ein quadratischer Platz, ein Hof, im Vorhof des Tempels sozusagen.
  In dem die "Gläubigen in S-förmigen Reihen gequetsch, geschützt unter einem Sonnenbaldachin warten müssen, bevor sie durch diese kleine Treppe
 hinauf in das Innere des Tempels gelangen....was und wie auch immer es da dann dort drinnen weitergeht.... weiter-schiebt....weiter-quetscht... Man weiß es nicht, kann es sich dann aber vielleicht ausmalen...😧

Und hier war es dann auch, wo ich das kleine Mädchen - wiedertraf. Ca. 20min später noch immer panisch.







Sie wollte wohl immer nocht nicht so recht an Göttin "Khali" glauben und wenn dann vielleicht nur an den Teil der  "Zerstörung" verständlich oder?! 
Sylvi und Ich verließen "Khalis Vorhof zur Hölle" wieder, nachdem ich noch einige Menschen in der näheren Umgebung fotografierte.
   das OpferLamm  
 der Barbier des Viertels. 

Im Bezirk hinter dem Tempel hatte die berühmte "Heilige Kalkuttas" Mutter Theresa auch ihre erste Wirkungsstätte: ein Obdachlosen-Armenhaus für Bedürftige.
Eine Taxifahrt später gönnten wir uns dann, 
 Entspannung im riesengroßen Park des 
"Victoria Memorials"   
Ein kolonialer Prachtbau, den die Inder, zu Ehren einer ihnen fremden Königin bauten, toll..., nett diese Inder!  
     
Das Victoria Memorial bietet jenen Rückzugsort, den man in der intensiven Dynamik indischer Grossstädte oft schmerzlich vermisst. Inmitten der staubigen Hitze und der enormen infrastrukturellen Herausfordrungen des urbanen Raums findet man hier das, was im Alltag oft untergeht: weitläufige Grünflächen und eine sehr gepflegte Flora. Indien scheint einen anderen Ansatz der Nachhaltigkeit zu verfolgen. Das sichtbare Müllproblem ausserhalb dieser sehr gepflegten Oase scheint in krassem Kontrast zu stehen, zu einer fast peniblen Ordentlichkeit, Sauberkeit und Reinheit im privaten Raum.
Der öffentliche Raum werde kulturwissenschaftlich betrachtet, anders wahrgenommen. Das häufig fehlende Konzept der gemeinschaftlichen Verantwortung für Stadt-Sauberkeit wird durch das Fehlen öffentlicher Mülleimer noch vertstärkt. Interessanterweise ist Indien jedoch weiter als der Westen, Upcycling betreffend. In jedem unserer Urlaube staunen wir, wie ressourcenorientiert Material aller Art wiederverwertet oder am Leben gehalten wird. Autor, Eisenbahnen, Locks, Eisenbahnschienen etc. uns wie kreativ der Umgang mit den witterungsbedingten Herausforderungen ist. Hochwasser, Starkregen etc. egal- "ich will mein Wassertaxi pünktlich erreichen, um pünktlich zur Arbeit zu kommen!".
Hier noch ein paar Schnappschüsse des imposanten Gebäudes:
 
Eine kleine Besichtigunstour im Ticketpreis inclouded, angenehm kühl das Innere des Prachtbaus aus Marmor... und Granit
 
 
 

und dann waren wir auch schon durch und durften zum Hinterausgang wieder raus...
In der angrenzenden "Cantina" gleich noch einen kleinen Snack genommen..Indisches Menü, 2 kleine Essen und 2 kleine Cokes ...  1.50 € !!! ( für uns beide und wir waren satt!!) 

Weiter gings zum Fluss zurück, es war Zeit für den Sunset, ab 17.00 Uhr geht's los... 
Wir liefen ab "Princep Ghat", dort eine angenehme kleine Flaniermeile entlang,  
die zum verweilen einlädt... inklusive Unterhaltung auf dem "Boardwalk"... 
 und Waschungen samt Zeremonien 
   
Die Bahnstation grenzt hier unmittelbar ans Wasser und verläuft zwischen dem Fluss und der Straße...






 deshalb beim überqueren immer schön aufgepasst...ganz leicht kriegt man sonst "Zug".
 Sobald der Zug dann durch ist kehrt wieder normales "Gleis-Geschehen ein.
 
Am "Princep Ghat" besteht die Möglichkeit einer solch kleinen Bootsfahrt... für 500INR p.P. = 5 €, war aber sehr begehrt, da Wo'ende... macht nichts, 
 
wir liefen weiter, den Weg am "HugliRiver" entlang bis... 
"Chandpal-Ferry Pier" das ist die Ferryanlegstelle, die genau bei uns vor'm Hausboot liegt..., 

von dort nahmen wir die Ferry bis rüber zur "Howrah-Bridge" und vergnügten uns dort etwas....
 Leider war die tolle Brücke Abends nicht so schön angeleuchtet dass man sie fotografieren kann...im Grunde sieht man im Dunkeln gar nichts, außer einer kleinen roten Positionsleuchte oben drauf und die auch nur, wenn man mit der Fähre drauf zu fährt 
Auf der andren Flusseite dann grenzt der Hauptbahnhof von Kalkutta, namens "Howrah" auch gleich hier an die Straße dementsprechend war das Bild hier für unser Empfinden
Ein einziges Chaos!! 
     
Taxen, Busse, Menschen, Geschrei, Gehupe, Gedränge, wieder Menschen, wieder Gehupe, wieder Schreie, Rufe... Verkäufer...Bettler, Kinder, Koffer Reisende...Oh Sorry Sir... angerempelt.... usw.... 
 
Da man uns sagte hier würden wir gut zu essen  & zu trinken bekommen, suchten wir und fanden sie die BackWallahs die Ess-Garstuben und Räucherküchen alles typisch indische Kost...  nur nicht klimatisiert sondern heiß und stickig... 
  und eine schärfer, als die andere


Dann aber endlich nach einigem stolpern...

fanden wir eine westlich aussehende Adresse bei der zu erwarten war, dass sie uns ein Bier ausschenken würden.... Das Hotel/Bar BHIM SAIN und das Restaurant dort namens "Gharana" Wir kehrten ein in die Bar, die eher wie ein Irish Pub wirkte nur auf Indisch halt und in der man unsere Essenbestellung auch fleißig aufnahm, die Getränke sofort servierte und uns freundlich anlächelte.1.5 Std. später schaute man uns fragend an, als wir mal nachfragten was denn nun so mit der Bestellung unseres Essens, Chicken Curry und Biryani wäre... die Frage des Kellners: "Ahh you want to eat ok. I bring you menu..."...
Da mittlerweile die Karaoke Show voll lief und wir unser eigenes Wort kaum verstanden, entschieden wir uns für zahlen.                            

Zum Schhluss hieß es dann eine Fahrt über die "HOWRAH Bridge" also die Videofunktion an und los gings...
 Das Video werd ich vermutlich erst in Deutschland hochladen können... 
Hier nur ein Schnappschuß - meine Reminiszens an den Film, "Lion - langer Weg nach Hause"

Der Grund warum mich diese Brücke so faszinierte, denn der Film lief erst kurz vor unsere Abreise noch im dt. TV.

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Soweit für heute ....., mehr im nächsten Post zum Thema/aus: "Am Ende des Ganges" [Teil III] 
Unser 2.ter Tag in Kalkutta.... ein Titel steht noch nicht fest.

 Bis dahin *Gute Nacht* Deutschland - Namasté' - Christian & Sylvie 

2 Kommentare:

  1. Ah schön... sieht nach Smog aus. Haben die nix von unserer tollen Energiewende mitbekommen? Egal... retten wir weiterhin alleine die Welt. Gruß an Gupta und Queen Victoria🤪

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    1. Sowas kennt der Inder nicht...Energiewende...wobei sie Solar schon sehr mögen, wie in den meisten südlichen Ländern, da haben sie auch überall ihre Solarpanels auf'm Dach! Gruß

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